BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN BAD HOMBURG

Mauersegler in Bad Homburg besser schützen

10.10.26 –

Mauersegler gehören zum charakteristischen Bild unserer
Städte. Doch durch energetische Sanierungen, Fassadendämmungen, Dacharbeiten
und den Abriss älterer Gebäude gehen zunehmend geeignete Nistmöglichkeiten
verloren. Dr. Isabel Garcia Scheible, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion
B90/Die Grünen in Bad Homburg v. d. Höhe, möchte den Schutz der Mauersegler
deshalb stärker und dauerhaft in die städtische Planung integrieren.
Mit einem Antrag fordert die Fraktion, dass bei Sanierungs-, Modernisierungs- und
Abrissmaßnahmen an städtischen Gebäuden bekannte Nistplätze künftig frühzeitig
berücksichtigt und geschützt werden sollen.
„Mauersegler sind faszinierende Vögel und gehören für viele Menschen ganz
selbstverständlich zum Sommer in unserer Stadt. Gleichzeitig sind ihre Nistplätze oft
unscheinbar und werden bei Bauarbeiten leicht übersehen. Wir wollen deshalb, dass
der Schutz dieser wichtigen Brutplätze von Anfang an mitgedacht wird“, erklärt Dr.
Isabel Garcia Scheible.
Artenschutz und Bauen miteinander verbinden
Wo bestehende Nistmöglichkeiten durch städtische Bau- oder
Sanierungsmaßnahmen betroffen sein könnten, sollen geeignete Ersatz- oder
zusätzliche Nistmöglichkeiten geschaffen werden. Bei Neubauten und größeren
Sanierungen soll bereits in der Planungsphase geprüft werden, ob
beispielsweise Niststeine oder andere dauerhaft integrierte Lösungen geschaffen
werden können.
Auch bei privaten Bauvorhaben soll die Stadt im Rahmen ihrer rechtlichen
Möglichkeiten darauf hinwirken, vorhandene Nistplätze zu erhalten und bei
unvermeidbaren Eingriffen geeigneten Ersatz zu schaffen. Eigentümerinnen und
Eigentümer, Wohnungsbaugesellschaften und Bauherrschaften sollen außerdem
über die Bedeutung des Mauersegler-Schutzes sowie über geeignete Maßnahmen
informiert werden.
„Artenschutz und notwendige Sanierungen müssen kein Widerspruch sein. Wenn
Nistplätze rechtzeitig bekannt sind, können Schutz- und Ersatzmaßnahmen bereits in
die Planung einbezogen werden. Das schafft Planungssicherheit und hilft
gleichzeitig, wertvolle Brutplätze zu erhalten“, so Dr. Isabel Garcia Scheible.
Mauersegler brauchen geeignete Gebäudenischen
Mauersegler verbringen einen großen Teil ihres Lebens in der Luft und sind für ihre
Fortpflanzung auf geeignete Nischen und Hohlräume an Gebäuden angewiesen. Sie
sind standorttreu und kehren regelmäßig zu ihren Brutplätzen zurück. Gerade bei
energetischen Sanierungen und Fassadenarbeiten können solche Quartiere verloren
gehen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden.
Die Nistplätze von Mauerseglern unterliegen dem gesetzlichen Artenschutz. Der
Antrag verweist insbesondere auf die artenschutzrechtlichen Vorgaben des § 44
Bundesnaturschutzgesetz. Ein besonderer Schutzbedarf besteht deshalb auch dann,
wenn sich die Vögel zum Zeitpunkt einer Baumaßnahme nicht am Brutplatz
aufhalten.
Gemeinsam ein langfristiges Schutzkonzept entwickeln
Die Grünen schlagen darüber hinaus vor, gemeinsam mit örtlichen
Naturschutzverbänden und fachkundigen Personen ein langfristiges Konzept zum
Schutz der Mauersegler in Bad Homburg zu entwickeln.
Bad Homburg kann beim Gebäudebrüterschutz mit gutem Beispiel vorangehen. Die
frühzeitige Berücksichtigung der Nistplätze bei städtischen Bauvorhaben wären
konkrete und praktikable Schritte. Unser Ziel ist, dass Mauersegler auch in Zukunft
zum Stadtbild Bad Homburgs gehören.
Mit dem Antrag wollen B90/DIE GRÜNEN den Schutz der Artenvielfalt zu einem
festen Bestandteil städtischer Bau- und Sanierungsplanung machen.
 

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